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Freitag, 22. Januar 2010
Bsfidi – eine Vorfasnachts-Veranstaltung,
die nichts kostet

VORFASNACHT / Im Rahmen von «100 Jahre Fasnachts-Comité» findet am 11. Februar 2010 eine Basler Schulfasnacht statt.

von Hajo Strohm (Text) und Dennis L. Rhein (Fotos)

Nach der Schulfasnacht der Primarschule Wasgenring hatten einige Lehrerinnen und Lehrer beim traditionellen Apéro eine Idee. «Wie wäre es, wenn wir den Schulhausumzug für einmal nicht in Quartierstrassen zwischen parkierten Autos durchführen würden, sondern zusammen mit anderen Schulen und Kindergärten in der Innerstadt», fragten sie sich. Gesagt, getan. Stefan Camenisch (er ist heute Lehrer am Schulhaus Wasserstelzen in Riehen) sezte sich darauf mit Pia Inderbizin in Verbindung – ihrerseits Lehrerin in Einführungsklassen und im Fasnachts-Comité für die Nachwuchsförderung zuständig.

Feuer und Flamme setzte Inderbizin die Idee sofort in Beziehung zum Comité-Jubeljahr 2010. Das Konzept «Bsfidi» (Basler Schulfasnacht in der Innerstadt) wurde erarbeitet und ein OK gebildet. Die Idee wurde alsdann mit dem Erziehungsdepartement und den Schulleitungen der beteiligten Schulstufen besprochen und an der Jahresversammlung den Vertretern der Primarlehrer und Kindergärten vorgestellt.

«Die Idee war, einen Umzug in der Innerstadt zu machen, wo sich Kinder aus den verschiedensten Quartieren begegnen», erklärte Camenisch an der heutigen Medieninformation in den Räumlichkeiten des Comités. Zudem sollen so die mit viel Liebe gestalteten Kindergarten- und Schullarven einem grossen Publikum präsentiert werden. So entstand eine neue Vorfasnachtsveranstaltung, die nichts kostet. «Die Resonanz übertraf dann alle Erwartungen», wie Ester Müller (Kindergärten Bachgraben-Kannenfeld) erklärte. Die Spannweite der teilnehmenden Schulen und Kindergärten reicht von Bettingen und Riehen bis zum Bruderholz, von St. Johann bis Christoph Merian. Angemeldet haben sich aus 23 Schulhäusern 3'556 Kinder, aus 44 Kindergärten 680 Kinder. Zu ihnen gesellen sich im Umzug 30 Fasnachtsgruppierungen (21 zum Teil verstärkte Junge Garden von Fasnachtscliquen, 2 Gruppen und 7 Guggenmusiken). Das ergibt 5'358 angemeldete Teilnehmer (Lehrpersonen und Helfer mitgerechnet). Abgeschlossen wird der Zug durch Schulhaus-Abwarte mit ihren «Besenwagen».

Daniela Egger vom Bläsischulhaus orientierte über die Umzugsroute. Die Teilnehmer besammeln sich in den Sektoren A bis E auf dem Münsterplatz. Um 17 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung. Via Rittergasse, Bäumleingasse, Freie Strasse, Eisengasse und Mittlere Brücke geht es im Kleinbasel durch Rheingasse, Lindenberg, Kartausgasse zum Endpunkt Theodorskirchplatz. Der Marsch dauert rund 45 Minuten. Gegen 18.45 Uhr sollte die letzte Gruppe am Ziel ankommen. Dort erhalten die Kinder ein Schoggiweggli und einen Apfelsaft, gespendet vom Erziehungs-Departement – die andern einen Apéro im Waisenhaus. Da der Umzug am Abend stattfindet, werden Stecken- und Kopflaternen für eine fasnächtliche Stimmung sorgen. «Für die Jungen Garden ist der Umzug gleichzeitig eine Werbeplattform», erklärte Inderbizin. So dürfen sie auch Werbe-Flyer verteilen.

Die BVB erstellte für diesen Anlass einen Spezialfahrplan. So weiss jede Schule, welches Tram oder welchen Bus sie für die Anreise benützen muss. Rund 150 freiwillige Helfer (Freunde, Bekannte, Lehrer, Cliquenmitglieder) sind im Einsatz. Die Stadtreinigung stellt am Münster- und Theodorskirchplatz Container auf, der Samariterverein ist vor Ort, die BVB regeln den Verkehr auf der Mittleren Brücke und auch die Polizei schaut nach dem Rechten. Das Sekretariat nimmt im Theodorschulhaus Einsitz.

«Ob es sich bei der Schulfasnacht um einen einmaligen Anlass handelt, diese Frage kann noch nicht beantwortet werde», erklärte Inderbizin abschliessend. Vielleicht gibt es in fünf oder zehn Jahren eine Wiederholung. Viel wichtiger aber ist, dass die Umzüge in den verschiedenen Quartieren bestehen bleiben.

 

 


Unter der Leitung von Comité-Mitglied Pia Inderbizin orientierten...


... Mitinitiant Stefan Camenisch, zusammen mit...


... Daniela Egger (links) und Esther Müller über das Projekt «Basler Schulfasnacht».

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